ASTRONOMIE

Faszination! Das ist das erste, was mir einfällt,, wenn ich nach einer Antwort gefragt werde, warum ich mich auch in Winternächten bei Minusgraden draußen mit meinem Teleskop hinstelle, um Mond, Planeten und andere Himmelskörper durch mein Newton-Teleskop zu beobachten. Seit Weihnachten 2004 bin ich nun schon stolzer Besitzer eines Teleskops und kann diesem Hobby frönen.

Ein sehr informatives und gut besuchtes Forum stellt www.astrotreff.de dar. Die vielen User sind engagiert,  hilfsbereit, geduldig und dabei oft Spezialisten im "Fach".

Für den Kauf eines neuen Teleskops über Internet  empfehle ich die Adresse teleskop-service.de.

Wer sich ein Teleskop kaufen möchte, aber Fragen hat, oder Informationen will,  dem stehe ich gerne mit Rat zur Verfügung.

Später möchte ich neben visueller Beobachtung auch Astrofotographie betreiben. Die Resultate werden dann hier zu sehen sein.

Beobachtungsberichte

Ich möchte an dieser Stelle ein kleines Tagebuch mit nächtlichen Beobachtungsberichten und auch Beobachtungsempfehlungen anlegen.

Derzeit finde ich allerdings kaum noch Zeit für die Hobbyastronomie.

Test der Kamerahalterung (vom 01.12.2006)
Heute hat sich endlich eine Gelegenheit geboten meine Kamerahalterung zu testen (nur für die Digicam). Der Nachthimmel war zwar im Allgemeinen nicht besonders klar und ich hatte wenig Zeit, aber der zunehmende Mond war doch recht gut zu erkennen. Also habe ich sofort mein Fenster geöffnet, das Teleskop platziert, die Halterung angebracht und wollte loslegen. Da der Mond aber so nah am Zenit stand, musste ich erst ein paar Veränderungen an meinem Newton vornehmen, bis ich ihn dann aber doch noch ganz knapp erwischt habe, bevor er hinter der Dachrinne verschwunden wäre. Zudem hatte ich leider auch noch ein paar Probleme mit der Kamerahalterung (Belichtungszeit, Blitzlicht etc. ...). Dadurch sind auch nicht viele brauchbare Bilder entstanden, aber der Test der Halterung im Allgemeinen lief ganz gut. Das linke Bild besteht aus zwei Aufnahmen, die übereinander gelegt sind (mit RegiStax 3). War übrigens mein erster erfolgreicher Versuch mit diesem Programm (Außerdem habe ich auch noch ein bisschen mit dem Microsoft Photo Editor an den Bildern "rumgeschraubt".) . Die anderen drei Bilder sind Nahaufnahmen von der Tag-Nacht-Grenze. (Ich freue mich schon auf den nächsten klaren Himmel. Vielleicht habe ich dann ja auch ein Rendezvous mit Saturn oder Jupiter - dann mit der Webcam.)

        

Erste brauchbare Photographie (vom 18.07.2005)
Endlich mal wieder ein wirklich klarer Himmel. Also habe ich trotz einer unermesslichen Anzahl von aggressiven Mücken mein Equipment  draußen aufgebaut. Da ich schon lange mal ein paar Photos schießen wollte, habe ich die Chance einfach ergriffen und den zwar flach stehenden, aber dennoch gut beobachtbaren Mond mehrfach photographiert. Ich habe dabei keinen Adapter oder sonstiges Photozubehör verwendet und die Kamera einfach an das Okular gehalten. Die drei "besten" Bilder seht ihr hier. Klar, die Bilder sind nicht perfekt, leicht verwackelt und noch unscharf, aber für den ersten unprofessionellen Versuch bin ich doch recht zufrieden. Bei jedem Bild wurde dabei ein grünlicher Mondfilter benutzt. So sieht man hier links den Mond in voller Pracht und die beiden rechten Bilder zeigen Ausschnitte aus der Mondoberfläche an der Tag-Nacht-Grenze.

Zusammenfassung bis zum 21.05.2005
Es existieren für die nachfolgenden Beobachtungen keine schriftlichen Impressionen, also fasse ich meine Erlebnisse kurz zusammen. Ich hatte durch mein Abitur nicht sehr viel Zeit für mein Hobby, aber ich war trotzdem nicht ganz untätig. So habe ich außer dem Mond in verschiedenen Phasen auch die Planten Saturn mit seinem enormen Ringen und den Gasriesen Jupiter mit mindestens vier Monden beobachten können. Dabei ist es mir sogar gelungen die Cassini-Teilung der Saturnringe zu erkennen. Bei den gesichteten Jupitermonden handelte es sich höchstwahrscheinlich um Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Es ist manchmal schwierig Monde von Sternen zu unterscheiden, weshalb ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich nur drei oder alle vier Galilei'schen Monde gesehen habe.
Mein nächstes Beobachtungsziel ist ein Deepsky-Objekt und wird wahrscheinlich M13, ein Kugelsternhaufen, sein.

Mein erster Blickkontakt (vom 02.01.2005)
Ich habe nach meinem ersten Blick in den Himmel durch mein Teleskop sofort einen Beitrag im Forum von Astrotreff.de geschrieben. Hier ist er (zum Original):

"H
i,
Ich besitze jetzt seit Weihnachten ein Newton. Mein erstes Teleskop. und was macht das Wetter? Nur bewölkt! Ich übertreibe keineswegs. In der ganzen vergangenen Woche bis jetzt konnte man vielleicht max. 2mal den Mond sehen bzw. erahnen. Überall Wolken! ich bin fast durchgedreht. UND HEUTE! Ja, zwar immer noch bewölkt, aber es war etwas zu erkennen. Ich hab sofort mein Stativ und das Teleskop geschnappt und aufgestellt. Kurz ein bissl rumprobiert und das Scharfstellen an Sternen getestet (es waren wirklich nur sehr wenige davon zu sehen.). Und dann kam der Mond. Anvisiert, scharf gestellt und WOW. Ich bin sooooo begeistert. der Anblick war echt schön. in hab so auch gleich mal meine verschiedenen Okus testen können. Ja, und dann....ja dann war alles wieder zu. Nur Wolken! (wieder mal) ich musste also wieder einpacken. Aber selbst diese kurze Beobachtung hat mich schon im großen maße beeindruckt. Ich freue mich schon wahnsinnig auf den nächsten klaren Himmel."
Ich glaube dieser Beitrag lässt meine Begeisterung leicht erkennen.

Meine "Ausrüstung"

Natürlich darf hier auch nicht die Vorstellung meiner eigenen "Ausrüstung" fehlen. Ich besitze ein Newton130mm/1000mm, was bedeutet, dass das Gerät ein Öffnungsdurchmesser von 13cm und eine Brennweite von 100cm hat, also in der Gesamtlänge noch ein bisschen größer als einen Meter ist. Das Ganze ist auf einem Alu-Stativ mit einer Astro3-Montierung angebracht. Außerdem stehen mir zwei Okulare (9mm und 25mm), eine Barlow-Linse und ein Mondfilter zur Verfügung. Auf diese Weise ist es mir möglich Vergrößerungen bis etwa 220x zu erreichen. Dieser Faktor liegt aber stark an der Grenze zum maximal sinnvoll Möglichen und ist deshalb nur unter perfekten Umständen ausnutzbar.

Fachgesimpel, das sich beim Kauf eines Teleskops loht zu verstehen

Ich versuche die wesentlichen Fakten so verständlich, wie möglich zu erklären. Für einen ersten Teleskopkauf reichen diese Kenntnisse aber durchaus aus, um nicht ungewappnet gegen die große Auswahl der Händler in den Kampf zu ziehen.

Grundaufbau eines Teleskops
Ich möchte an dieser Stelle den groben Aufbau eines Teleskops mit einfachen Fachbegriffen erklären, die man zum besseren Verständnis des folgenden Textes kennen sollte.
1. Der optische Tubus
     Dieses auch Hauptrohr genanntes Gerät bildet
     das Herzstück eines jeden Teleskops. Mit ihm
     wird das Licht aufgefangen und gebündelt.
2. Der Okularauszug und das Okular
     Der Okularauszug bildet den Bestandteil, auf
     dem das Okular befestigt und das Bild scharf
     gestellt wird.
3. Das Suchfernrohr
     Mit dem Suchfernrohr, oder auch einfach 
     Sucher genannt, visiert man das
     Himmelsobjekt grob an, um es mit dem
     Hauptrohr schneller zu finden.
4. Die Montierung
      ...ist das Verbindungsglied zwischen Stativ und
      Tubus, mit dessen Hilfe das Teleskop gehalten
      und geschwenkt wird.
5. Das Gegengewicht
     ...sorgt für ein Gleichgewicht, um die Montierung nicht übermäßig zu belasten.
6. Das Stativ
     ...trägt das Teleskop samt Montierung und Gegengewicht, weshalb es auch massiv
     gebaut sein sollte.

Aufbau bzw. Bestandteile am Beispiel eines Newtons (Bild)

Refraktor oder Reflektor?
Dies sind die beiden großen Teleskoptypen, die sich in ihrer Bau- und Funktionsweise unterscheiden.

Refraktoren (Linsenteleskop) Reflektoren (Spiegelteleskop)

Quelle:teleskop-service.de

Ein Refraktor sammelt und bündelt das Licht mit Hilfe einer Linse in einem Brennpunkt, der sich letztendlich über das Okular im Auge auf der Netzhaut konzentriert. Also nie ohne entsprechenden Sonnenfilter mit dem Teleskop in die Sonne schauen, da es sonst zur Erblindung kommen kann. Auf der Abbildung wird das Licht durch einen kleinen Spiegel nach oben abgelenkt, was bei der Beobachtung horizontferner, steiler Objekte von Vorteil für den Nacken sein kann. Es ist noch zu erwähnen, dass das Bild bei Refraktoren auf dem Kopf und seitenverkehrt dargestellt wird.
(Zur schematischeren Darstellung)

Quelle:teleskop-service.de

Das Spiegelteleskop sammelt das einfallende Licht hingegen auf einem Parabolspiegel, der das Licht auf einen kleinen Fangspiegel reflektiert, der das Licht in eine seitliche Öffnung des Tubus lenkt, wodurch das Licht das menschliche Auge erreichen kann. Es ergibt sich also der Vorteil, dass sich das Okular an der Seite des Reflektors befindet, was die Beobachtung in vielen Situation vereinfacht, ohne ein spezielles Umlenkelement verwenden zu müssen. Man beachte, dass bei einem Newton-Teleskop das Bild auf dem Kopf abgebildet wird.
(Zur schematischeren Darstellung)

Wer kann was leisten?
Gleich zu Beginn möchte ich etwas klarstellen. Für denjenigen, die farbenfrohe, leuchtende Galaxien  erwartet, wenn er durch sein Teleskop schaut, ist die Hobbyastronomie nichts. Denn solche Bilder sind nur mit Hochleistungsteleskopen, wie zum Beispiel dem Hubble-Teleskop oder dem so genannten VLT möglich. Lediglich Planeten, wie der Saturn sind farbig zu sehen. Dabei gilt, egal ob bei Riesenteleskopen oder privaten Hobbygeräten, je größer die Öffnung, desto größer ist der Lichteinfall und desto mehr ist am nächtlichen Himmel zu sehen.
Ich möchte an dieser Stelle eine Seite empfehlen, die, wie ich finde, eine sehr gute Darstellung der individuellen Möglichkeiten einer bestimmten Teleskopgröße gefunden haben.
Saturn als Vergleichsobjekt
Jupiter als Vergleichsobjekt
Deepsky-Objekten als Vergleichsobjekt

Sinnvolle Maximalvergrößerung
Jetzt wird es doch ein wenig theoretisch, aber die falschen Versprechungen auf den Verpackungen der Kaufhausteleskope zwingen mich dazu. Dort verspricht man atemberaubende Vergrößerungen von bis über 600x, obwohl das Teleskop nur einen Bruchteil davon sinnlos vergrößern könnte. Zum Beispiel bietet ein bekanntes Kaufhaus, dessen Name ich hier nicht nenne, eine Sirius 70/900 mit einer angeblich maximalen Vergrößerung von 250x an. Allerdings wären bei diesem Refraktor lediglich maximal 140x sinnvoll. Dabei lügen die Verkäufer nicht direkt. Diese Vergrößerungen sind möglich, aber absolut sinnlos. Bei solchen Vergrößerungen werden keine weiteren Details sichtbar. Im Gegenteil, es kommt zur Verschlechterung des Bildes. Also ist die Angabe der Maximalen Vergrößerung auch ein Maß für die Seriosität des Anbieters. Bei starken Abweichungen zu den hier aufgelisteten Faustregeln zeigt das die Nichtseriosität die hier gegenüber des Käufers zutage gelegt wird.
Es gelten die folgenden Faustformeln:

Für Refraktoren gilt 2x Öffnungsdurchmesser in mm
Für Reflektoren gilt 1,5x Öffnungsdurchmesser in mm

Welche Montierung?Quelle:teleskop-service.de
Montierung heißt das Teil, dass eine Verbindung zwischen dem Stativ (meist ein Dreifuß) und dem eigentlich Teleskop schafft. Dabei ist das Wichtigste: STABILITÄT! Es nützt das beste Teleskop nichts, wenn es auf seiner Montierung wackelt. Es gilt also, umso schwerer und größer das Teleskop, umso stabiler muss auch die Montierung konstruiert sein. Dabei liegen die Preise für eine gute Montierung für ein kleines Einsteigergerät schon bei 40€-50€. Die Preise reichen aber auch bis weit über 1000€ oder auch 10.000€. Eines steht allerdings fest: Man sollte bei der Montierung auf keinen Fall sparen und dafür lieber ein etwas kleineres und preiswerteresTeleskop kaufen. Denn dann steht dem Staunen in der Nacht kein frustrierendes Wackeln im Wege.
Man unterscheidet des Weiteren  parallaktische (rechtes Bild) und azimutale Montierungen. Dabei ist die azimutale Montierung für Anfänger leichter zu bedienen, da sie direkt nach oben bzw. zur Seite gedreht werden kann. Das Prinzip der parallaktischen Montierung ist ähnlich. Nur wurde hier die Drehung, die die Sterne am Himmel vollziehen bei der Konstruktion berücksichtigt, was das Nachführen des Teleskops in diese Richtung stark vereinfacht. Ich persönlich würde gleich zu einer parallaktischen Monti raten, da die anfänglichen Schwierigkeiten sehr schnell überwunden sind.

Stativ
Das Stativ ist meist ein Dreibein und ist nicht zu verwechseln mit der Montierung. Es trägt  maßgeblich an der Stabilität des Teleskops bei, da eine noch so gute und massive Montierung auf einem wackligen Stativ nichts nützt. Ein Stativ sollte deshalb aus Metall oder Holz bestehen. Da die Holzvarianten allerdings sehr teuer sind, benutzt man hier oft ein Aluminiumstativ, welches auch eine gute Stabilität gewährleistet.

Okularauszug (OAZ) und OkulareQuelle:teleskop-service.de
Ein Okularauszug, wie er hier rechts zu sehen ist, dient dazu, ein Okular anzubringen, und um durch das Raus- oder Reindrehen dieses samt dem angebrachten Okular die optimale Bildschärfe einzustellen. Man sollte beim Kauf darauf achten, dass der OAZ stabil gebaut  sowie fest und wackelfrei am Teleskop angebracht ist. Diese Festigkeit ist für den Wunsch, später durch das Teleskop Fotos zu schießen Voraussetzung, da eine Kamera an den OAZ angebracht werden muss.


Quelle:teleskop-service.deDie Okulare werden wie schon gesagt in den OAZ gesteckt und mit einer Schraube festgeklemmt, was auch ein schnelles Wechseln der Okulare ermöglicht. Sofern folgendes für den Leser noch nicht klar ist, erwähne ich noch mal, dass es mit einem Teleskop durch das Aufstecken von verschiedenen Okularen möglich ist verschiedene Vergrößerungen zu erreichen. Dabei sind die Okulare durch ihre charakteristische Brennweite bestimmbar. Zur Berechnung der Vergrößerung mit dem jeweiligen Okular gilt folgende Formel:

 

Brennweite des Tubus in mm  = Vergrößerung
Brennweite des Okulars in mm

Suchfernrohr
Der Sucher wird parallel auf dem Tubus angebracht, sodass er in die gleiche Richtung wie das Hauptrohr zeigt. Im Grunde ist ein Sucher nichts anderes, als ein kleiner Refraktor durch den man ein kleines Fadenkreuz sieht, das es ermöglicht Beobachtungsobjekte grob anzuvisieren, um sie dann mit dem Hauptgerät genauer und scharf einzustellen. Der Sucher sollte ein gewisse Qualität besitzen und kein billiges Plastikmodell sein. So sollte man einen guter 6x30 Standardsucher Quelle:teleskop-service.dewählen. Bei  5x24 Suchern sollte man sich beim Kauf davon überzeugen, dass es sich um ein so genanntes gutes achromatisches Objektiv handelt. Was bedeutet, dass es zu keinem starken Farbsaum kommt, der von der Bildmitte zum Rand deutlich stärker wird. Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass es normal ist, dass das Bild auf den Kopf stehend abgebildet wird.

Barlow-LinsenQuelle:teleskop-service.de
Diese Linsen, die vor das Okular gesteckt werden sind sehr beliebt, da sie zusätzliche Vergrößerungsvarianten bieten. Eine Barlow-Linse vervielfacht die Vergrößerung mit einem bestimmten Okular. Typisch sind die Varianten 1,5x, 2x und 3x, wobei die die Zahlen die Vervielfachung der Vergrößerung angeben. Hat man zum Beispiel ein Okular, mit dem man eine 80fache Vergrößerung erreicht, so ergibt sein bei einer Kombination mit einer 2x-Barlow eine Vergrößerung von 160x. Beim Kauf sollte man aber darauf achten, mit der Barlow nicht die maximale sinnvolle Vergrößerung zu überschreiten.

Quelle:teleskop-service.deFilter
...optimieren die Beobachtung von bestimmten Objekten. Dabei werden bestimmte gewollte Lichtanteile des Spektrums durchgelassen und unerwünschte Anteile absorbiert. So gibt es zum Beispiel Mond-Filter, Nebel-Filter, Sonnen-Filter (diese sind zum Schutz bei Sonnenbeobachtungen unabdingbar!) oder auch spezielle Farb-Filter, die die entsprechende Farbe eines Objekts verstärken.



   © Ralf Wunderlich 2005-2010