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Fachgesimpel,
das sich beim Kauf eines Teleskops loht zu verstehen
Ich versuche die
wesentlichen Fakten so verständlich, wie möglich zu erklären.
Für einen ersten Teleskopkauf reichen diese Kenntnisse aber
durchaus aus, um nicht ungewappnet gegen die große Auswahl der
Händler in den Kampf zu ziehen.
Grundaufbau
eines Teleskops
Ich möchte an dieser
Stelle den groben Aufbau eines Teleskops mit einfachen
Fachbegriffen erklären, die man zum besseren Verständnis des
folgenden Textes kennen sollte.
1. Der optische Tubus
Dieses auch Hauptrohr genanntes Gerät bildet
das Herzstück eines jeden Teleskops. Mit ihm
wird das Licht aufgefangen und gebündelt.
2. Der Okularauszug und das Okular
Der Okularauszug bildet den Bestandteil, auf
dem das Okular befestigt und das Bild scharf
gestellt wird.
3. Das Suchfernrohr
Mit dem Suchfernrohr, oder auch einfach
Sucher genannt, visiert man das
Himmelsobjekt grob an, um es mit dem
Hauptrohr schneller zu finden.
4. Die Montierung
...ist das Verbindungsglied zwischen Stativ und
Tubus, mit dessen Hilfe das Teleskop gehalten
und geschwenkt wird.
5. Das Gegengewicht
...sorgt für ein Gleichgewicht, um die Montierung nicht übermäßig zu belasten.
6. Das Stativ
...trägt das Teleskop samt Montierung und Gegengewicht, weshalb es auch massiv
gebaut sein sollte.
Aufbau bzw.
Bestandteile am Beispiel eines
Newtons
(Bild)
Refraktor oder
Reflektor?
Dies sind die beiden großen Teleskoptypen, die sich in ihrer
Bau- und Funktionsweise unterscheiden.
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Refraktoren (Linsenteleskop) |
Reflektoren (Spiegelteleskop) |
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Ein Refraktor
sammelt und bündelt das Licht mit Hilfe einer Linse in
einem Brennpunkt, der sich letztendlich über das Okular im
Auge auf der Netzhaut konzentriert. Also nie ohne
entsprechenden Sonnenfilter mit dem Teleskop in die Sonne
schauen, da es sonst zur Erblindung kommen kann. Auf der
Abbildung wird das Licht durch einen kleinen Spiegel nach
oben abgelenkt, was bei der Beobachtung horizontferner,
steiler Objekte von Vorteil für den Nacken sein kann. Es
ist noch zu erwähnen, dass das Bild bei Refraktoren auf
dem Kopf und seitenverkehrt dargestellt wird.
(Zur
schematischeren Darstellung)
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Das
Spiegelteleskop sammelt das einfallende Licht hingegen auf
einem Parabolspiegel, der das Licht auf einen kleinen
Fangspiegel reflektiert, der das Licht in eine seitliche
Öffnung des Tubus lenkt, wodurch das Licht das menschliche
Auge erreichen kann. Es ergibt sich also der Vorteil, dass
sich das Okular an der Seite des Reflektors befindet, was
die Beobachtung in vielen Situation vereinfacht, ohne ein
spezielles Umlenkelement verwenden zu müssen. Man beachte,
dass bei einem Newton-Teleskop das Bild auf dem Kopf
abgebildet wird.
(Zur
schematischeren Darstellung)
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Wer kann was
leisten?
Gleich zu Beginn möchte ich etwas klarstellen. Für
denjenigen, die farbenfrohe, leuchtende Galaxien erwartet,
wenn er durch sein Teleskop schaut, ist die
Hobbyastronomie nichts. Denn solche Bilder sind nur mit
Hochleistungsteleskopen, wie zum Beispiel dem
Hubble-Teleskop
oder dem so genannten
VLT möglich. Lediglich Planeten, wie
der Saturn sind farbig zu sehen. Dabei gilt, egal ob bei
Riesenteleskopen oder privaten Hobbygeräten, je größer die
Öffnung, desto größer ist der Lichteinfall und desto mehr ist am
nächtlichen Himmel zu sehen.
Ich möchte an dieser Stelle eine Seite empfehlen, die, wie ich
finde, eine sehr gute Darstellung der individuellen
Möglichkeiten einer bestimmten Teleskopgröße gefunden haben.
▪
Saturn als Vergleichsobjekt
▪
Jupiter als Vergleichsobjekt
▪
Deepsky-Objekten als Vergleichsobjekt
Sinnvolle
Maximalvergrößerung
Jetzt wird es doch ein wenig theoretisch, aber die falschen
Versprechungen auf den Verpackungen der Kaufhausteleskope
zwingen mich dazu. Dort verspricht man atemberaubende
Vergrößerungen von bis über 600x, obwohl das Teleskop nur einen
Bruchteil davon sinnlos vergrößern könnte. Zum Beispiel bietet
ein bekanntes Kaufhaus, dessen Name ich hier nicht nenne, eine
Sirius 70/900 mit einer angeblich maximalen Vergrößerung von
250x an. Allerdings wären bei diesem Refraktor lediglich maximal
140x sinnvoll. Dabei lügen die Verkäufer nicht direkt. Diese
Vergrößerungen sind möglich, aber absolut sinnlos. Bei solchen
Vergrößerungen werden keine weiteren Details sichtbar. Im
Gegenteil, es kommt zur Verschlechterung des Bildes. Also ist
die Angabe der Maximalen Vergrößerung auch ein Maß für die
Seriosität des Anbieters. Bei starken Abweichungen zu den hier
aufgelisteten Faustregeln zeigt das die Nichtseriosität die hier
gegenüber des Käufers zutage gelegt wird.
Es gelten die folgenden Faustformeln:
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Für Refraktoren
gilt |
2x
Öffnungsdurchmesser in mm |
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Für Reflektoren
gilt |
1,5x
Öffnungsdurchmesser in mm |
Welche
Montierung?
Montierung heißt das Teil, dass eine Verbindung zwischen dem
Stativ (meist ein Dreifuß) und dem eigentlich Teleskop schafft.
Dabei ist das Wichtigste: STABILITÄT! Es nützt das beste
Teleskop nichts, wenn es auf seiner Montierung wackelt. Es gilt
also, umso schwerer und größer das Teleskop, umso stabiler muss
auch die Montierung konstruiert sein. Dabei liegen die Preise
für eine gute Montierung für ein kleines
Einsteigergerät schon
bei
40€-50€. Die Preise reichen aber auch bis weit über
1000€
oder auch
10.000€. Eines
steht allerdings fest: Man sollte bei der Montierung auf keinen
Fall sparen und dafür lieber ein etwas kleineres und
preiswerteresTeleskop kaufen. Denn dann steht dem Staunen in der
Nacht kein frustrierendes Wackeln im Wege.
Man unterscheidet des Weiteren parallaktische (rechtes
Bild) und azimutale Montierungen. Dabei ist die azimutale
Montierung für Anfänger leichter zu bedienen, da sie direkt nach
oben bzw. zur Seite gedreht werden kann. Das Prinzip der
parallaktischen Montierung ist ähnlich. Nur wurde hier die
Drehung, die die Sterne am Himmel vollziehen bei der
Konstruktion berücksichtigt, was das Nachführen des Teleskops in
diese Richtung stark vereinfacht. Ich persönlich würde gleich zu
einer parallaktischen Monti raten, da die anfänglichen
Schwierigkeiten sehr schnell überwunden sind.
Stativ
Das Stativ ist meist ein Dreibein und ist nicht zu
verwechseln mit der Montierung. Es trägt maßgeblich an der
Stabilität des Teleskops bei, da eine noch so gute und massive
Montierung auf einem wackligen Stativ nichts nützt. Ein Stativ
sollte deshalb aus Metall oder Holz bestehen. Da die
Holzvarianten allerdings sehr teuer sind, benutzt man hier oft
ein Aluminiumstativ, welches auch eine gute Stabilität
gewährleistet.
Okularauszug (OAZ) und
Okulare
Ein Okularauszug, wie er hier rechts zu sehen ist, dient
dazu, ein Okular anzubringen, und um durch das Raus- oder
Reindrehen dieses samt dem angebrachten Okular die optimale Bildschärfe einzustellen. Man sollte beim
Kauf darauf achten, dass der OAZ stabil gebaut sowie fest
und wackelfrei am Teleskop angebracht ist. Diese Festigkeit ist
für den Wunsch, später durch das Teleskop Fotos zu schießen
Voraussetzung, da eine Kamera an den OAZ angebracht werden muss.
Die
Okulare werden wie schon gesagt in den OAZ gesteckt und mit
einer Schraube festgeklemmt, was auch ein schnelles Wechseln der
Okulare ermöglicht. Sofern folgendes für den Leser noch nicht
klar ist, erwähne ich noch mal, dass es mit einem Teleskop durch
das Aufstecken von verschiedenen Okularen möglich ist
verschiedene Vergrößerungen zu erreichen. Dabei sind die Okulare
durch ihre charakteristische Brennweite bestimmbar. Zur
Berechnung der Vergrößerung mit dem jeweiligen Okular gilt
folgende Formel:
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Brennweite des
Tubus in mm |
=
Vergrößerung |
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Brennweite des
Okulars in mm |
Suchfernrohr
Der Sucher wird parallel auf dem Tubus angebracht, sodass er
in die gleiche Richtung wie das Hauptrohr zeigt. Im Grunde ist
ein Sucher nichts anderes, als ein kleiner Refraktor durch den
man ein kleines Fadenkreuz sieht, das es ermöglicht
Beobachtungsobjekte grob anzuvisieren, um sie dann
mit dem Hauptgerät genauer und scharf einzustellen. Der Sucher
sollte ein gewisse Qualität besitzen und kein billiges
Plastikmodell sein. So sollte man einen guter 6x30
Standardsucher
wählen. Bei
5x24 Suchern sollte man sich beim Kauf
davon überzeugen, dass es sich um ein so genanntes gutes
achromatisches Objektiv handelt. Was bedeutet, dass es zu keinem
starken Farbsaum kommt, der von der Bildmitte zum Rand deutlich
stärker wird. Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass es
normal ist,
dass das Bild auf den Kopf stehend abgebildet wird.
Barlow-Linsen
Diese Linsen, die vor das Okular gesteckt werden sind sehr
beliebt, da sie zusätzliche Vergrößerungsvarianten bieten. Eine
Barlow-Linse vervielfacht die Vergrößerung mit einem bestimmten
Okular. Typisch sind die Varianten 1,5x, 2x und 3x, wobei die
die Zahlen die Vervielfachung der Vergrößerung angeben. Hat man
zum Beispiel ein Okular, mit dem man eine 80fache Vergrößerung
erreicht, so ergibt sein bei einer Kombination mit einer
2x-Barlow eine Vergrößerung von 160x. Beim Kauf sollte man aber
darauf achten, mit der Barlow nicht die maximale sinnvolle
Vergrößerung zu überschreiten.
Filter
...optimieren die Beobachtung von bestimmten Objekten. Dabei
werden bestimmte gewollte Lichtanteile des Spektrums
durchgelassen und unerwünschte Anteile absorbiert. So gibt es
zum Beispiel Mond-Filter, Nebel-Filter, Sonnen-Filter (diese
sind zum Schutz bei Sonnenbeobachtungen unabdingbar!) oder auch
spezielle Farb-Filter, die die entsprechende Farbe eines Objekts
verstärken. |